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CE-Markt
(Fachzeitschrift für den Handel), Sonderausgabe zur High-End Messe, September
2001
Supersound
für das 21. Jahrhundert
von Albrecht Gasteiner
Zwei neue Begriffe
sorgen derzeit in HiFi-Zirkeln für heftige Diskussionen: Super Audio CD und DVD-Audio.
Beide sind angetreten, dem 21. Jahrhundert den absoluten Supersound zu bescheren.
Es ist. Und zwar in erstaunlichem, für Viele unerwartetem Ausmass. Denn in den 20
Jahren, die es die CD nun gibt, haben die digitale Audiotechnik und die Technik der
optischen Speicher bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Und so sind nun auf der Basis der
neuesten Erkenntnisse zwei leicht verschiedene, neue Plattensysteme auf den Markt
gekommen, die durchaus das Zeug dazu haben, die Audiobranche umzukrempeln und zur CD
des 21. Jahrhunderts zu werden.
Um dieses ehrgeizige Ziel erreichen zu können, müssen die neuen Platten
gegenüber den bisherigen einiges an Fortschritt bieten. Genau das tun sie, sie tun es auf
spektakuläre Weise und sie tun es gleich in 3 Bereichen:
Klangtreue
Obwohl die CD in
ihren technischen Daten allen Anforderungen an höchste HiFi-Qualität gerecht zu werden
scheint, beklagen sich goldohrige Audiophile seit vielen Jahren über eine tendentielle
Härte des Klanges, über nicht ganz natürliche Ausklingvorgänge und über eine auf
Dauer ermüdende Sterilität. Als Grund dafür werden generell die für höchste
Ansprüche anscheinend nicht genügenden Werte von Abtastrate und digitaler Wortbreite
(44,1 kHz / 16 Bit) genannt. Mit der daraus resultierenden Datenmenge lässt sich die
höchst komplizierte Form der Schallwelle offenbar nicht mit ausreichender Genauigkeit
beschreiben.
Vor 20 Jahren hat die CD gegenüber der knisternden Schallplatte einen grossen
Fortschritt gebracht, aber heute will man auch die feinsten Nuancen perfektionieren
und das kann man, denn die Technik bietet jetzt viel weiter gehende Möglichkeiten als
damals. So arbeiten die neuen Supersound-Systeme mit Digitalisierungen, die
die Schallwelle mit bis zu 1.000 Mal
grösserer Genauigkeit berschreiben, mit Frequenzumfängen, die die Hörfähigkeit des
Menschen um ein Mehrfaches übertreffen und mit einer Dynamik an der äussersten Grenze
dessen, was die Physik überhaupt zulässt. Ein Ausmass an Fidelity, an Klangtreue, das
ohrenfällig alle klanglichen Vorteile der Analogtechnik bietet ohne mit deren Nachteilen
verknüpft zu sein.
Räumliche Abbildung
Während der ersten
Jahrzehnte der Audiotechnik kam die Musik aus einem Trichter, später aus einem
Lautsprecher. Das war, als höre man durch ein Loch in einen Konzertsaal hinein. Dann
wurde die Stereophonie erfunden und fortan breitete sich das Orchester zwischen zwei
Lautsprechern vor dem Hörer oder der Hörerin aus. Das ist ein bisschen, als sitze man in
einer Loge mit engen Begrenzungswänden links und rechts und mit einem niedrigen Plafond,
und aus dieser Box heraus höre man in den
vor einem liegenden Konzertsaal hinein. Man spürt ihn, kann links und rechts
unterscheiden, aber richtig drin ist man nicht. Die Musik hängt im Wohnzimmer
zweidimensional flach wie ein Bild an der Wand. Nun haben aber jeder Konzertsaal, jede
Kirche, jeder Jazzclub und jedes Fussballstadion eine ganz eigene, individuelle Akustik.
Diese bildet einen wichtigen Bestandteil des musikalischen Geschehens und sollte demnach
ebenso sorgfältig nach Hause übertragen werden wie Frequenzen und Amplituden. Das kann
die Stereophonie nicht, das bietet nur der Surroundsound. Wohlgemerkt, nicht das alte,
analoge Dolby Surround, das von schlechter Kanaltrennung und einer katastrophalen
Klangqualität der (Mono!)-Surroundlautsprecher gekennzeichnet war. Digitalen
Surroundsound mit perfekter Kanaltrennung und dem vollen Frequenzspektrum auf allen
Kanälen gibt es erst bei diesen neuen Systemen. Erst hier wird der entscheidende Schritt
zur dreidimensionalen Wiedergaben vollzogen. Die letzten Begrenzungen sind weggeblasen und
man ist völlig in die Akustik und das gesamte klangliche Geschehen in Konzertsaal,
Kirche, Jazzclub oder Fussballstadion einbezogen. Ein gewaltiger Fortschritt gegenüber
der Stereophonie, ein äusserst faszinierendes, neuartiges Klangerlebnis, das sich
übrigens auch schon mit kleineren Lautsprechern und bei geringeren Lautstärken
einstellt.
Vermittlung von Informationen
Ob man es
nun wahrhaben will oder nicht: Das Hifi-Zeitalter ist vorbei, heute leben wir in der
Epoche von Multimedia. Folgerichtig enthalten die neuen Audio-Scheiben nicht nur Audio, es
sind Multimedia-Datenträger, die auch jede Menge optischer Information transportieren
können. Dazu gehören Texte, Notenbeispiele, Grafiken, Fotos, Videoclips oder auch
Internetverknüpfungen. Das ist ein weites und noch weitgehend unerforschtes Gebiet:
Niemand weiss, wieviel optische Information die Musikfreunde werden haben wollen und
welche sie auch wirklich nutzen werden. Da wird man erst einmal Erfahrungen sammeln
müssen, aber diese zukunftssichere Möglichkeit ist jedenfalls schon einmal da.
Phänomenale Klangqualität, das tolle Erlebnis von Surroundsound und vielseitige
Multimedia-Funktionalität, eine so geballte Ladung Innovation könnte tatsächlich die
CD für das 21. Jahrhundert ergeben und damit ein riesiges Geschäft. Klar,
dass sich da verschiedene Firmen- und Interessengruppen um die grössten Kuchenstücke
balgen. Und so haben wir es nun mit 2 zueinander in Konkurrenz stehenden
Systemvorschlägen zu tun. Sie basieren beide auf 12 cm grossen optischen Platten und auf
beiden Geräten können auch die bisherigen Audio-Compact Discs abgespielt werden. Aber es
gibt auch Unterschiede
Super Audio CD
Wie ihr Name schon andeutet, kommt die SACD aus der Ecke der CD-Entwickler und es ist
daher nur logisch, dass sie sich auf den Aspekt der
Klangverbesserung konzentriert und den Punkten Surroundsound und Zusatzinformationen wenig
Bedeutung beimisst.
Basis des SACD-Formates ist die DSD-(Direct Stream Digital) Technik, mit 1-Bit
Quantisierung und 64-fachem Oversampling, also einer Abtastfrequenz von 2,8224 MHz. Das
ermöglicht eine Dynamik von 120 dB und einen Frequenzumfang von 1 - 100.000 Hz. Anders
als die klassische PCM-Technik benötigt DSD keine steilflankigen Filter, was in
audiophilen Kreisen mit Genugtuung zur Kenntnis genommen wird. Wegen der sehr hohen
Datenrate setzt man ein verlustfreies Datenkompressionsverfahren namens Direct
Stream Transfer ein, um auf den 4,7 GB Speicherkapazität eine genügend lange
Spieldauer zu erreichen.
Die SACD besteht aus zwei miteinander verklebten Hälften und ein- und dasselbe Programm
kann in bis zu 3 verschiedenen Versionen aufgezeichnet sein. Einmal in DSD-Stereo, ein
zweites Mal in DSD-Surroundsound und ein drittes Mal in klassischer Stereo-CD-Technik mit
16 Bit linearer Quantisierung und 44,1 kHz Abtastfrequenz. Diese letztgenannte Information
kann von jedem CD-Spieler gelesen werden, was es ermöglicht, die neue Platte auch in
althergebrachten CD-Playern abzuspielen, dort allerdings ohne Klanggewinn.
Die SACD kann demnach zugleich auch eine CD sein. Also könnte man theoretisch
anfangen, nur noch solche Hybrid-Platten auf den Markt zu bringen. Die würden die
gewöhnlichen CD-Kunden ebenso zufrieden stellen wie die Anhänger von Super-
und Surroundsound. Man hätte beides in einer Platte und könnte die Lagerhaltung
vereinfachen. Aber das geht eben nur theoretisch. Denn in der Praxis sind die
Herstellungskosten für eine SACD bedeutend höher als die für eine CD. Immerhin muss das
Programm in höchstqualitativer Surround-Aufnahmetechnik produziert werden, es kommt in
bis zu drei verschiedenen Versionen auf die Platte (was verschiedene Künstler bereits
dazu gebracht hat, doppelte oder dreifache Tantiemen zu verlangen), Text-, Bilder- und
Videoproduktion sind teuer, das Mastering äusserst aufwendig, und schliesslich kostet
auch die technische Fertigung ca. 3x soviel wie das Pressen einer CD. Für eine Hybrid-CD
muss also zwangsläufig deutlich mehr verlangt werden als für eine nur-CD und
es dürfte nicht sehr leicht sein, einem durchschnittlichen CD-Käufer klar zu machen,
dass er die CD für seinen Ghetto-Blaster oder fürs Auto nun plötzlich viel teurer
bezahlen muss, nur, weil da jetzt für ein paar High-End-Freaks noch Zusatzinformationen
drauf sind, die ihn überhaupt nicht interessieren und die er nie nutzen wird.
Das ist der Grund dafür, dass nur ein Teil der auf dem Markt erhältlichen SACDs
tatsächlich auch eine CD-Schicht enthalten (was ursprünglich für alle versprochen
worden war). Es gibt aber noch ein Problem: Für
Produktionen in DSD-Technik müssen die Tonstudios völlig neue Ausrüstungen kaufen. Doch
selbst wenn man davon absieht, dass sich heutzutage kaum ein Studio riesige Investitionen
leisten kann, befinden sich DSD-Aufzeichnungsgeräte, Mischpulte, Schneideeinrichtungen
und so weiter derzeit erst im Anfangsstadium und sind selbst für viel Geld noch kaum zu
bekommen. Daher gibt es trotz massiver Subvention durch die Lizenzgeber auch 3 Jahre nach
der Einführung erst relativ wenige SACDs und fast keine mit Surroundsound. Auch auf die
im System eigentlich vorgesehenen Zusatzinformationen mit Text, Bildern, Video usw. muss
man noch warten. SACDs zum selber Aufnehmen, also SACD-R oder SACD-RW sind überhaupt
nicht vorgesehen.
DVD-Audio
Dies ist
ein weiterer Spross der DVD-Familie, des grössten Erfolgs der
Unterhaltungslektronik-Geschichte. Das Konzept ist ganz einfach und einleuchtend: Wenn man
die Datenkapazität, die bei der DVD-Video fürs Bild draufgeht, dem Audioteil zuschlägt,
kann man damit noch besseren Klang und noch grössere Vielseitigkeit erzielen. Und weil
die DVD von allem Anfang an als Multimedia-Datenträger konzipiert wurde, sind hier
Surroundsound und Zusatzinformationen selbstverständlich wenn auch nicht
vorgeschrieben.
Denn anders
als bei der CD wurden die Qualitätsparameter der DVD-A nicht starr festgelegt. In dem
zwecks Flexibilisierung sehr weit gefassten Rahmen des Formates ist lineare
PCM-Aufzeichnung in extrem hoher Qualität ebenso möglich wie die Verwendung
datenreduzierender Formate wie Dolby Digital oder DTS. Je nach Wunsch des Produzenten und
anvisiertem Einsatzbereich können Abtastfrequenz und Bitrate individuell gewählt werden,
wenns sein muss, sogar für jedes Stück separat und für die Frontkanäle anders
als für die Surroundlautsprecher. Den Konsumenten muss das nicht kümmern, denn jeder
DVD-Audio Player stellt sich automatisch darauf ein. Eine DVD-5 von 4,7 GB Kapazität
speichert zum Beispiel Surroundsound in Superqualität mit 24 Bit PCM Wortbreite und 96
kHz Abtastfrequenz. Auf diesem Qualitätsniveau, das nur in den weltbesten Tonstudios
erreicht wird, erhält man fast anderthalb Stunden Spielzeit, bei 16 Bit Quantisierung und
Stereo steht so viel zur Verfügung, dass es in Japan schon sämtliche
Beethoven-Symphonien auf einer einzigen DVD-A zu kaufen gibt. Das Meridian Lossless
Packing (MLP) sorgt dabei für eine vollkommen verlustlose Datenkompression (keine
Reduktion!) und für eine optimale Ausnützung des Speicherplatzes. Wenn Spieldauer
wichtiger ist als Superqualität, finden sogar 35 Stunden Surroundsound in Dolby Digital
Platz, auf einer zweischichtigen DVD-9 mit ihren 8,5 GB Kapazität nahezu das Doppelte.
Das ergibt 3 Tage und 3 Nächte ununterbrochene Surroundmusik von einer einzigen Platte.
A propos Dolby Digital: Es ist klar, dass der PCM-Super-Surroundsound der DVD-A nur
von einem DVD-A-tüchtigen DVD-Player zu bekommen ist, denn nur dieser verfügt über 6
hochwertige 24 Bit D/A Wandler. Damit nun aber auch Leute, die nur einen
normalen DVD-Videoplayer besitzen, etwas Schönes zu hören bekommen,
enthalten die meisten DVD-A zusätzlich zum Supersound dasselbe Programm nochmals im
datenreduzierten Dolby Digital. Da braucht nur wenig Speicherplatz, ist aber auch auf
älteren DVD-Geräten abspielbar.
Surroundsound bieten fast alle DVD-Audio, die meisten auch Zusatzinformationen. Denn die DVD-A ist ein
Multimedia-Datenträger, also enthält sie nicht nur Töne, sondern auch optische
Informationen. Alles, was heute im CD-Booklet steht, hat auf der DVD-A digital codiert
Platz und kann auf einem TV-Schirm oder Computermonitor dargestellt werden. Dazu gibt es
die Möglichkeit, Arien- oder Songtexte (auch in verschiedenen Sprachen), Partiturseiten,
Erklärungen oder Fotos einzublenden. Sogar Videoclips in voller DVD-Video-Qualität
können gezeigt werden und auch Verknüpfungen mit dem Internet sind vorgesehen, etwa, um
weiterführende Informationen oder die aktuellen Konzertdaten zu erhalten, an Wettbewerben
teilzunehmen oder Fanartikel online zu bestellen. Etliche DVD-A enthalten sogar
Surroundsound-Hörproben aus anderen Produktionen.
Technisch gesehen könnte man auch bei der DVD-A eine CD-kompatible Schicht
einführen, dies ist im Format allerdings nicht vorgesehen. Was hingegen kommen wird, sind
DVD-Audio zum selber Aufnehmen. Da es schon jetzt DVD-Videorecorder gibt, dürfen in
absehbarer Zeit auch DVD-Audiorecorder erwartet werden. Und noch eine gute Nachricht: Die
DVD-Audio enthält keine Ländercodes.
And the Winner is......
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| Aufzeichnungsformat | DSD | PCM, auch DTS, MPEG, Dolby Digital, DSD möglich |
| Abtastfrequenz | 2,822 MHz | 44,1 - 192 kHz Stereo 44,1 - 96 kHz 6-Kanal |
| Quantisierung | 1 Bit Delta Sigma | 16 - 24 Bit linear PCM |
| Frequenzumfang | 2 - 100 kHz | 5 - 96 kHz Stereo 5 - 48 kHz 6-Kanal |
| Dynamik | 120 dB | 144 dB bei 24 Bit PCM |
| Audio-Kanäle | max. 6 | max. 6 |
| Automatischer Downmix von Surround auf Stereo |
nein | ja |
| Spielzeit bei 4,7 GB Kapazität (bei DVD sind auch Platten mit 8,5 GB möglich) |
74 Min. 6-Kanal plus 74 Min. Stereo |
96 kHz/24 Bit 6-Kanal 88 Min. 192 kHz/24 Bit Stereo 2 Std. 44,1 kHz/16 Bit Stereo 18 Std. Dolby Digital 6-Kanal 35 Std. |
| Eigenaufnahme möglich | nein | ja |
| Zusatzinformationen | derzeit nicht vorgesehen |
Booklettexte, mehrsprachige Songtexte Diaschau, Website-Access, Videoclips |
Super Audio CD und DVD-Audio haben sehr
vieles gemeinsam. Freilich kommt die eine eher aus der CD-Tradition und die andere mehr
aus der Video- und Multimedia-Ecke, doch sie wenden sich beide an nahezu denselben Markt.
Droht also ein neuer Beta/VHS-Krieg? Und wenn ja: Welches System wird diesmal siegen,
welches untergehen?
Mit Sicherheit kann das heute natürlich niemand voraussagen. Im Moment stehen die
beiden Systeme einander noch als erbitterte Konkurrenten gegenüber. Das zeigt sich an den
Abspielgeräten:
Der SACD-Player
spielt keine DVD-A, im DVD-Kombiplayer laufen keine SACDs, das sieht zunächst einmal nach
unversöhnlicher Trennung aus. Dennoch gibt es Chancen und sogar Anzeichen dafür, dass
ein Krieg, der ohnehin nur Verlierer hervorbringen würde, abgewendet werden könnte. Der
DVD-Audio Standard bietet dafür nämlich ein Hintertürchen mit dem unverfänglichen
Namen "Andere Audiostandards". Das bedeutet nichts anderes als dass es ohne
weiteres möglich ist, DVD-Player so auszurüsten, dass sie auch Super Audio CDs abspielen
können. Und da der technische Zusatzaufwand dafür dank der starken Ähnlichkeit beider
Systeme gering ist, kann man durchaus davon ausgehen, dass einige Hersteller von DVD-Audio
Playern von der Möglichkeit Gebrauch machen werden, dieses Zusatzfeature einzubauen. Zwei
Firmen haben solches schon angekündigt, ob es mehr werden oder der Formatkrieg sich sogar
eines Tages in Wohlgefallen auflöst, weil dann alle Geräte alle Platten abspielen
können, hängt von der Software ab.
Alles hängt von der Software ab
Ueberhaupt hängt alles von der Software ab. Denn auch der perfekteste Player steht
nur sinnlos herum, wenn man für ihn kein ordentliches Futter findet. Also gilt diese
simple Logik: Die Hardwarehersteller leben vom Verkauf, also bauen sie nur Geräte für
ein System, für das eine Nachfrage besteht. Und eine Nachfrage nach Geräten der einen
oder anderen Art wird es nur geben, wenn die Konsumenten und Konsumentinnen in ihrem
Plattenladen ein in Menge, Ausstattung und Qualität überzeugendes Angebot an Software
finden, das sie gerne abspielen möchten.
Also wird sich das System durchsetzen, für das es das grössere, das aktuellere,
das attraktivere Softwareangebot gibt. Welches das sein wird, ist noch nicht entschieden.
Die 5 weltweit bedeutendsten Plattenfirmen haben sich zwar alle für DVD-Audio
ausgesprochen, aber eine macht sich zugleich hauptsächlich für SACD stark und 3 zögern
noch mit der Veröffentlichung ihrer Filetstücke. Letzteres ist schwer zu verstehen, denn
immerhin könnten sie ein enormes Geschäft damit machen, dass sie bereits existierende
Mehrkanalaufnahmen neu auf Surroundsound abmischen und den Musikfreunden so in neuer,
faszinierender Klanggestalt zur Verfügung stellen. Abgesehen davon enthalten SACD und
DVD-A äusserst zuverlässige Kopierschutzeinrichtungen, mit deren Hilfe man die
kriminelle Piraterie massiv eindämmen könnte. Es wird wohl noch ein Jahr dauern, bis
klar sein wird, ob die Majors der Softwarebranche bereit sind, mit vielen attraktiven
Veröffentlichungen in diese Chance zu investieren. Damit könnten sie tatsächlich die
CD für das 21. Jahrhundert schaffen.
Und wenn nicht? Dann bleibt der Super- und Surroundsound eben eine genussreiche
Nische für Audiophile.